Eine Reise besteht aus Momenten. Und es gibt Momente, die bleiben einfach hängen. Manchmal sind es die ruhigen, einsamen Augenblicke, wenn man hoch in den Bergen die letzten Sonnenstrahlen auf den Gipfel gleißen sieht, während das Tal weiter unten schon in tiefen Schatten liegt. Oftmals sind es auch Begegnungen.

Vor Kurzem war ich mit einer Familie unterwegs. Klar, nach ein paar Stunden im Auto war Larissa 13 und Fabian 12 stinke langweilig. Das Gespräch kam zum Thema Fußball und nahm damit Fahrt auf. Und siehe da: Das nächste kleine Bergdorf hatte einen großen Fußballplatz direkt entlang der Straße. Wir hielten und beide schauten interessiert zu, wie eine kleine Gruppe von einheimischen Jungs sich den Ball zu kickten. Wir hatten Zeit. Und so blieben wir stehen, bis Fabian unter Beweis stellte, dass er nun wirklich nicht an Berührungsängsten leidet. Selbstbewusst stieg er aus, lief zu den Jungs rüber und fragte in holperigem Spanisch, ob er mitspielen dürfte. Ein Nicken, ein Handschlag und Fabian war im Spiel.

Jetzt hielt es auch Larissa nicht mehr. Die Fußballschuhe wurde aus den Koffern geborgen und zwei Mannschaften gebildet. Mehr und mehr Jungs aller Altersklassen strömten auf den Platz und die Partie wurde lebhaft. Auch der inoffizielle Trainer des Dorfes, ein junger Kerl ca. drei bis vier Jahre älter als die Meisten bezog Stellung in der Abwehrreihe.

Larissa blieb das einzige Mädchen. Respektiert sicherlich. Geschont vielleicht sogar. Aber das, sollte sich schnell ändern. In ein paar Spielzügen wurde klar, dass die meisten Jungs ihr spielerisch nicht das Wasser reichen konnte. Larissa erkämpfte sich ohne Probleme den Ball und ging damit zielstrebig nach vorn. Die letzte Verteidigungslinien stand allerdings: der Trainer. Larissa hielt den Ball eng vor den Füßen. Rechts angetäuscht, halbe Drehung, mit der Ferse weitergeschoben, links vorbei, kurzer Sprint und Tor! Jubel brach von Larissas Mannschaft hervor! Großes Gejohle und gutmütiger Spott ob des stehengelassenen Trainers von Allen. Und neuer Respekt für Larissa und Ihre gefährliche Attacken war ab sofort in allen Spielzügen zu erkennen.

Das Spiel lief noch eine ganze Zeit lang. Den Abend brach an und ein paar ältere Herren und Mütter mit kleinen Kindern gesellten sich zu uns an den Spielfeldrand und suchten das Gespräch. Schließlich ging das Spiel über in das allgemeine Training, selbstverständlich mit Fabian und Larissa. Doch schließlich wurde es Zeit zu gehen und Larissa und Fabian vom Feld gerufen, verschwitzt und zufrieden. Wir machten Anstalten aufzubrechen. Als dies den restlichen 20 Jungs auf dem Platz klar wurde, stürmte die gesammelte Mannschaft rüber und verabschiedete sich mit einer Serie von Handschlägen, Glückwünschen und Fragen. Auch die älteren Herren gaben jedem die Hand und wünschten eine gute Reise.

Ein schöner Moment am Ende eines schönen Tages. Eine deutsch costa-ricanische Begegnung unter Jugendlichen aus der Liebe zum Sport und dem Augenblick heraus geboren. Unkompliziert, kollegial und von gegenseitigem Respekt geprägt. Ein Moment, der hängen bleibt.

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