Costa Rica hat viele bekannte und wunderschöne Nationalparks. Die Allermeisten sind gut erreichbar über asphaltierte Straßen. Da ist zum Beispiel der Vulkan Poás mit seinem grün-blauen Kratersee oder Manuel Antonio mit seinen traumhaften Stränden und unzähligen Affen. Einen Nachteil gibt es jedoch: So leicht diese Nationalparks erreichbar sind, so häufig werden sie auch besucht. Alleine ist man dort selten.

Wasserfall Barbilla

Wasserfall Barbilla

Heute steht etwas anderes auf dem Programm. Heute geht es in die Abgeschiedenheit: Unscheinbar zweigt kurz hinter Siquirres eine schmale Schotterpisten nach Süden ab. Ein braunes, quadratisches Schild weist auf den Nationalpark Barbilla hin: 16 Kilometer.

Costa Rica kann trügerisch sein: Denn während man in Europa für 16 Kilometer vielleicht zwanzig bis maximal dreißig Minuten Fahrzeit einkalkulieren würde. Sind wir noch geschlagene 1,5 Stunde unterwegs. Die Strecke hat es in sich und schon nach dem ersten Kilometer schalten wir auf Allrad um. Wir klettern immer wieder steile Hänge hinauf und queren schlammige Passagen. Belohnt werden wir mit wunderschönen Ausblicken über die karibischen Hügelketten.

Schließlich, nach ein paar typischen Hütten der Urbevölkerung, erreichen wir die Rangerstation des Nationalparks Barbilla. Die grüne Wiese, die wir uns als Parkplatz ausgesucht haben, erweist sich als frisch übergrüntes Schlammfeld und um ein Haar fahren wir uns noch auf den letzten Metern fest. Ein klein wenig verschämt über die tiefen Furchen in der Wiese begeben wir uns auf die Suche nach den Rangern.

Sichtlich überrascht über den Besuch an diesem abgelegenen Ort werden wir willkommen geheißen. Viele Besucher verirren sich wirklich nicht dorthin wird uns erklärt.

Erst sieht es schlecht aus: Es sei schon sehr spät… Man solle den Nationalpark immer mit einem lokalen Führer besuchen… Aber schließlich sieht man uns wohl an, dass wir nicht so schlecht zu Fuß sind und ganz gut auf uns aufpassen können. Und so war der lange Weg nicht umsonst: Einer der beiden Rangern zeichnet uns eine Karte bis zum Wasserfall im Tal auf der gegenüberliegenden Flussseite.

Flussquerung Barbilla

Flussquerung Barbilla

Und so brechen wir auf und stellen uns dem Schlamm und den Steigungen erneut, diesmal zu Fuß. Nach einem steilen Abstieg erreichen wir den Fluss im Tal und hier haben wir mit der handgezeichneten Karte doch einige Mühen: An welcher Stelle, gilt es den Fluss zu queren? Wir ziehen die Wanderstiefel aus und nach zwei, drei Versuchen, entdecken wir die richtige Stelle.

Relativ schnell ist klar, dass es ab hier keine Wanderwege im eigentlichen Sinn mehr gibt. Wir folgen einem Zulauf flussaufwärts. Die Wanderstiefel werden jetzt trotz allem doch noch nass. Alles andere ist illusorisch: Wir kreuzen den Fluss unzählige Male, klettern über Felsen hinweg, springen hinab in Wasserlöcher und balancieren Baumstämme hinauf. Es ist fantastisch schön!

Und so erreichen wir schließlich den Wasserfall und belohnen uns mit einem erfrischenden Bad inmitten der Natur und vollkommener Einsamkeit. Abenteuerliche Strecken waren es allemal: sowohl mit dem Geländewagen, als auch zu Fuß. Aber es hat sich gelohnt… trotz des langen Rückweges, der uns noch bevorsteht. Die gute Nachricht: Es gibt noch viele solche versteckten Ecken in Costa Rica, die darauf waren entdeckt zu werden! Auf geht’s!

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